Durchbruch in der Medizin: Fünf gehörlose Kinder können dank Gentherapie wieder hören

US-amerikanische Forscher berichten, dass fünf Kleinkinder durch eine neuartige Gentherapie wieder hören können. Das menschliche Gehör funktioniert wie ein komplexes Uhrwerk: Ein defektes OTOF-Gen kann zur Gehörlosigkeit führen. Mediziner von Mass Eye and Ear, einem Lehrspital der Harvard Universität, setzen ein Adenovirus ein, um die Gensequenz zum OTOF-Gen zu transportieren und den Fehler zu beheben.

Die Gentherapie stellte die ursprüngliche Funktion des OTOF-Gens wieder her, wodurch die Kinder nicht nur Sprache verstehen, sondern auch Geräusche lokalisieren und ein Rhythmusgefühl für Musik entwickeln können. Besonders wichtig für die kindliche Entwicklung: Die Kinder begannen nach der Therapie schnell zu brabbeln.

Die Ergebnisse wurden in „Nature Medicine“ veröffentlicht. Nebenwirkungen waren mild, da entzündungshemmende Medikamente gegen das Adenovirus verabreicht wurden. Chen und sein Team hoffen, dass die Therapie in drei bis fünf Jahren von der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zugelassen wird. Geschätzte 200.000 Menschen weltweit sind wegen einer Mutation im OTOF-Gen gehörlos. Weitere Tests mit mehr Teilnehmern sind nötig, um die Behandlungsmethode zu etablieren.

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